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Mittwoch, 1. Januar 2014

Wo alles begann ....

... da kann man heutzutage mittendrin beim Café sitzen und sich seinen Gedanken hingeben. Die Rede ist vom Schauraum Bischofsturm am Speersort.



Bis zum Jahr 2008 war das nicht gerade Besucher freundlich gestaltet, befanden sich die Überreste des Bischofsturms doch im Keller unter dem Gemeindehaus der St. Petri Kirche und von der Straße aus konnte man durch Kellerfenster blickend die Reste erahnen. Zugänglich waren sie zwar auch, aber mal ehrlich: wer fand das schon einladend?

Dieses änderte sich im Jahr 2008 mit dem Abriss des alten Gemeindehauses St. Petri (da, wo auch das Gläserne Studio von Radio Hamburg war) und dem Neubau des Geschäftshauses. Der Neubau stellte allerdings eine ziemliche Herausforderung dar; denn - und jetzt zitiere ich mal - der Bischofsturm bzw. dessen Überreste sollte auf keinen Fall im Heizungskeller eines Bürogebäudes verschwinden und daher wurden dem Investor drei Auflagen erteilt: es muss öffentlich zugänglich bleiben, das Denkmal darf beim Neubau nicht beschädigt werden und die Öffnungszeiten dürfen nicht eingeschränkt werden. Dass mit dem gefundenen Investor Heinz Bräuer - Chef der Hamburger Bäckereikette "Dat Backhus" dies sogar übererfüllt wurde, das konnte sich der Direktor des Archäologischen Museums damals nicht erträumen. Und nun hat man folgenden Anblick:







Besonders sympathisch ist mir die folgende Aussage des Museumsdirektors:


"Dieser Ort ist ein idealer Treffpunkt für archäologisch interessierte Touristen und Stadtführungen - zumal die „wichtigsten Voraussetzungen“ erfüllt sind: „Es gibt was zu Essen und ein Klo“, so Rainer-Maria Weiss augenzwinkernd."

Aber so ganz ohne einen Ausflug in die Geschichte möchte ich diesen Beitrag nicht beenden.

Durch die schrecklichen Zerbombungen und Zerstörungen wurde in Hamburg damals nicht lange gefackelt, wenn es darum ging, Teile zu erhalten oder abzureissen, so dass Hamburg auch den Beinamen "Freie und Abrissstadt Hamburg" erhielt. Umso glücklicher ist dann natürlich die Museumswelt, dass der hier am Speersort im Jahr 1962 entdeckte gewaltige Steinring von 19 Meter Durchmesser nicht als Trümmerschutt deklariert und beseitigt wurde, sondern erhalten blieb und als Schauraum Bischofsburg zur Außenstelle des Archäologischen Museums in Harburg erklärt wurde.

In unmittelbarer Nähe von St. Petri nämlich ließen sich vor über 1000 Jahren die ersten Bauern, Händler und Handwerker nieder, denn dort - irgendwo zwischen dem heutigen Domplatz und der St. Nikolaikirche soll nämlich die Hammaburg, die Keimzelle, der Ursprung Hamburgs gestanden haben. 

Übrigens befindet sich gleich nebenan die Steinstraße, die älteste, mit Steinen gepflasterte Straße Hamburgs - also quasi die Via Appia Antica Hamburgs. 

Detaillierter in die Geschichte des Bischofsturms kann man am besten bei Kultur-Port.de eintauchen. Den Artikel über den Schauraum kann ich nur empfehlen, er ist sehr amüsant geschrieben. Oder halt klassisch bei Wikipedia oder hamburg.de 

Wart Ihr schon einmal dort unten? Mir gefällt es sehr gut da. Nicht nur wegen des Cafés.




Kommentare:

  1. Hallo Sabine, ich finde deinen Blog Spitze, alles was mit Hamburg zu tun hat sauge ich auf wie einen Schwamm. Ich liebe diese Stadt, ich wohne in Stuttgart und war in Hamburg zu Besuch und seitdem läßt es mich nicht mehr los.
    Danke das es solche Menschen wie dich gibt die über Hamburg schreiben.
    LG Simone

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    1. Oh, das freut mich, Simone. Vielen herzlichen Dank für die lieben Worte. Ich werde weiterhin sehr gern die Schönheiten der Stadt vorstellen. LG nach Stuttgart von Sabine

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  2. Liebe Sabine,

    erst jetzt lese ich diesen Blogbeitrag! Ich musste sogar feststellen, dass diese Woche eine Führung zu dem Thema stattfand. Leider um 16.30 Uhr am Montag, dass ich es nicht geschafft habe, dorthin zu kommen.
    Aber dieser archäologische Tipp ist einfach super. Ich bin auch von dem Kellergeschoss begeistert, es ist nett präsentiert und gut erklärt.

    Liebe Grüße
    Wera

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    1. Liebe Wera,
      dafür haben wir ja unsere Blogs - damit wir uns gegenseitig bereichern können.
      Liebe Grüße und vielen Dank
      Sabine

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