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Sonntag, 1. September 2013

Vor dreißig Jahren...

... genauer gesagt, am 29. August 1983 - da haben wir uns zum letzten Mal gesehen. Wenn Ihr Euch an meinen Blogbeitrag "44 Jahre später" erinnert (wenn nicht, dann klickt einfach auf den Link), wisst Ihr, dass ich dank Facebook wieder sehr, sehr guten Kontakt zu einer Freundin aus Kindheitstagen habe und heute nun haben wir das virtuelle Leben beiseite gestellt; denn ich habe sie und ihre Familie besucht.

Sie leben jetzt in Stadthagen, Stadt der Weserrenaissance und wunderschön gelegen mitten im Schaumburger Land. Das letzte Stück Landstraße von der Autobahn kommend war richtig schön. Leider war es weder sonnig noch warm genug, um das Dach aufzumachen; aber bei besserem Wetter ist das eine ideale Cabrio-Strecke. Nur mal so am Rande gesagt. 

Aber zurück zum Thema. Mein Besuch dort war zeitlich perfekt geplant; denn an diesem Wochenende finden die "Tage der Weserrenaissance" statt. 


Und das hat natürlich ein besonderes Flair, wenn inmitten einer so alten Stadt, die geprägt ist durch die Altstadt mit ihren wunderschönen Fachwerkhäusern und umrundet von einem alten Wall, Menschen in Kleidung aus der Renaissance-Zeit flanieren, das Musiktrio Wohlgemut mit Fiedel, Harfe und Schalmey die Besucher unterhält und am Wochenmarktbrunnen jede Menge Aktionen für die Kinder stattfinden. Die Aktionen heute drehten sich rund um die Kartoffel: Kartoffelmemory, Kartoffeldruck, Kartoffeldrücken und Figurenbau aus Kartoffeln; die Kinder waren gut beschäftigt.



Weserrensisdance Fest #Stadthagen by @kurzundknapp4

Wie Ihr wisst, bin ich als Hamburgerin ja sehr gern in der Hafencity unterwegs, was natürlich Beton pur bedeutet. Umso krasser und schöner ist dann natürlich der Kontrast zu den Fachwerkhäusern und einer gemütlichen kleinen Stadt.


Wir haben den Tag mit einem super genialen und mehr als reichhaltigen Frühstück begonnen, haben dann noch kurz auf das Eintreffen ihres Bruders mit seiner Frau gewartet und haben uns dann auf den Weg gemacht. Ab in die Altstadt, ab zum Marktplatz.



Hier ist der Beweis, wie kreativ Kinder sein können: eine einäugige Spinne hat L, der Sohn von ihr gebastelt und noch eine weitere Figur, die ihr zweites Auge kurzfristig auf der Mauer geparkt hat.



Von dort aus sind wir dann weiter in den Klostergarten - ein richtig schön angelegter Garten, in dem die Beete nach Bestimmung angelegt sind: Küchenkräuter, Heilkräuter, Gewürze & Co. So habe ich zum ersten Mal in meinem Leben Meerrettich und beispielsweise Artischocken als Pflanze gesehen und auf einem Pfefferminzblatt rumgeknabbert. Lecker.

 


Durch den Klostergang hindurch ist man dann wieder nach ein paar Schritten mitten in der Fußgängerzone, wo vor einem italienischen Eis-Café ein Blumentopf mit dieser wunderschönen schwarzen Blütenpflanze stand.


Nicht weit von dort entfernt ist das Schloss Stadthagen, das heutzutage das Finanzamt beheimatet und anlässlich dieser Festtage wurden Führungen durch das Schloss angeboten mit besonderem Fokus auf die beiden Prunkkaminzimmer. Das erste wurde vom damaligen Grafen Otto IV und seiner Frau eingerichtet - der Kamin ist heutzutage aber nicht (mehr) nutzbar






Der zweite Prunkkamin befindet sich im Büro des Chef des Finanzamtes, wo mich am meisten der Deckenleuchter und vor allem das "Gläserne Gästebuch" beeindruckt hat. Bei dem "Gläsernen Gästebuch" handelt es sich um die Fensterscheibe zum Balkon. Dort haben die damaligen Besucher mit ihren Brillantringen ihre Namen mit Jahreszahl in die Scheibe geritzt und ist heute noch gut erhalten und lesbar. 





Die im Jahr 1230 errichtete St.-Martini-Kirche, von der heute immer noch der Turm und ein Teil der Ummauerung erhalten sind, war das das nächste Ziel unseres Rundgangs. Das angebaute fürstliche Mausoleum haben wir allerdings nicht besichtigt.










Netter Nebeneffekt unseres Rundganges: mir als Nicht-Kennerin des Geocachen wurde gezeigt, wie ein Cache aussieht und wo dieser so versteckt sein kann. Nee, das ist nicht wirklich mein Ding, so mitten in Spinnengewebe reinzugreifen, um den Cache zu bergen. Aber interessant allemal.


Nach einer kurzen Kaffeepause sind wir zu einem erneuten Rundgang aufgebrochen. Beim Gemeindefest der St.-Martini-Kirchengemeinde waren diverse Stationen für Kinder und ihre Eltern aufgebaut. Märchenerzähler, Froschkönig-Angeln, eine Hindernisstrecke, Märchen-Paare suchen ... die Kinder hatten ihren Spaß, während die Eltern und Besucher sich bei Kaffee und Kuchen oder Waffeln stärken konnten. Oder sich an einem tollen Spiel beteiligen konnten. Möglichst viele Personen haben jeweils ein Band in die Hand bekommen, so dass sich ein Stern gebildet hat, in dessen Mitte ein Haken befestigt war. Dieser musste in ein Holzstück gehakt werde, das dann wiederum auf eine Bodenplatte gestellt wurde und aus diesen Holzstücken ist dann ein Turm entstanden - vorausgesetzt, man hatte ruhige Hände und die Koordination unter den Teilnehmern stimmte.



Also, ich fand es rundherum gelungen. Wirklich schöne Anregungen für Spiele wurden dort gegeben und die Kinder waren bestens beschäftigt.

Aber ich habe eingangs ja von schönen Fachwerkhäusern gesprochen, die ich Euch jetzt nicht vorenthalten möchte. 









Tja, diese Stadt hat auf jeden Fall Charme und einen besonderen Reiz und ich kann es sehr, sehr gut nachvollziehen, dass man sich dort wohlfühlt. Auffällig und angenehm ist vor allem auch die Zusammensetzung der Einzelhandelsgeschäfte dort. Keine Aneinanderreihung der üblichen Verdächtigen, sondern Geschäfte und keine Ketten. Fast alles Namen, die auf Inhaber-geführte Geschäfte schließen lassen. Auch dies war eine wunderbare Abwechslung.

Aber da alles mal ein Ende hat, so hatte auch mein Besuch dann irgendwann sein zeitlich bedingtes Ende gefunden. Aber eines haben wir uns geschworen: es werden nicht wieder 30 Jahre vergehen, bis wir uns in Person wiedersehen. Auf Facebook sehen wir ja tagtäglich unsere Profilbilder. Aber so face-to-face ist doch viel, viel schöner.








Kommentare:

  1. Und wieder hast du einen wunderbaren, mit tollen Bildern ausgestatteten Report abgeliefert, ich mag Deine Reiseberichte;-) Die Gegend kenne ich auch noch gar nicht, Deutschland hat wirklich so viele tolle Ecken...

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    1. Ach, danke, liebe Antje. Ja, Deutschland hat wunderbare Ecken. Eigentlich müsste ich mal eine lange Arbeitsauszeit nehmen, um dann Deutschland zu durchqueren. Es gibt so viele schöne Gegenden, von denen ich bisher immer nur gelesen habe. Aber: man kann nicht alles haben und dafür haben wir ja uns und die Netzwerke.

      Viele liebe Grüße aus dem Norden

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