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Dienstag, 2. Juli 2013

Mit anderen Augen

Man sagt ja oft, es liegt alles im Auge des Betrachters. Dass dies allerdings auch für historische Orte gilt, war mir jedoch neu.

Neulich, als ich mit dem StadtRAD unterwegs war und unter anderem mal wieder einen Stopp in der Speicherstadt eingelegt habe, da stand ich so an der Brücke und schaute auf das Wasserschloss, als nebenan zwei Mädchen sagten: "oh, cool! Hier laufen immer die Pfefferkörner Emma, Sophie und ihre Freunde rum und lösen ihre Krimifälle".



Emma, Sophie und ihre Freunde in Kombination mit dem Schlagwort "Pfefferkörner" sagt mir ja nun so gar nichts. Also musste ich mal googlen - schließlich wollte ich wissen, ob ich eine Bildungslücke habe.

Also, die Pfefferkörner ist eine Kinderserie, in der sich eben die besagten Emma, Sophie, Thema, Rasmus und Lina auf dem Dachboden eines Gewürzlagers treffen und dort ihre kleinen Kriminalfälle lösen. Ab dem 7. Juli wird die 9. Staffel im NDR-Fernsehen wiederholt. Ich glaube, da muss ich mal reinschauen.

Meine Betrachtung der Speicherstadt ist natürlich eine gänzlich andere. 



Während meiner Ausbildung zur Exportkauffrau war ich auch diverse Male in der Speicherstadt, noch bevor ein Großteil in die schicke Hafencity umgewandelt wurde, die alten Kakao-, Teppich- und Teelager umgezogen sind (umziehen mussten) und der Status des Freihafens verloren ging.

Es war ein wahres Erlebnis, eines der Kakaolager mit den verschiedenen Böden (Stockwerk sagt man bei normalen Gebäuden dazu) zu besichtigen, zuzusehen, wie die Säcke angepiekst wurden, um Proben zu entnehmen. Dieser Duft, der die Speicherstadt umwehte, war einfach galaktisch.

Einzelne Händler sind noch heute dort angesiedelt, aber die kann man schon fast an einer Hand abzählen.



Ganz früher, also vom 17. bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war die heutige Speicherstadt übrigens schon einmal Wohnviertel. Damals wohnten dort die Hafenarbeiter und Handwerker. Bis sie 1885 umgesiedelt wurden, weil das Gebiet zum Lagerhauskomplex, der Speicherstadt, umgebaut wurde.

Grund hierfür war, dass Hamburg seine Zollfreiheit aufgeben musste, da Hamburg sich dem Zollgebiet des Deutschen Reiches angeschlossen hat. Nur das Gebiet im Freihafen blieb zollfrei - so entstand 1888 der Hamburger Freihafen, das Zollausland, wo die Ware zollfrei gelagert und gehandelt werden konnte.




Vereinzelt sieht man auch heute noch Teppiche, die aus den Luken hängen. Aber die Ballen werden heutzutage nicht mehr mit der Seilwinde von der Schute (vom Schiff) auf die Böden gezogen. 

Von daher gefällt mir der Gedanke, die Speicherstadt und das Kontorhausviertel rund um das Chilehaus als Weltkulturerbe gelten zu lassen. 



Die Entscheidung hierüber fällt im Jahr 2015. Bis dahin empfehle ich Euch, mal in das Video des Hamburger Journals "So leb dann wohl, du altes Haus" zu schauen. Klickt einfach hier



Kommentare:

  1. Toller Beitrag und schöne Aufnahmen dazu. Dort wird Geschichte lebendig und die Gedanken können schweifen.

    Stimme ich absolut zu sowas muss unbedingt erhalten bleiben.

    Die Pfefferkörner kannte ich auch nicht.

    Lieben Gruß
    Björn :)

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    1. Oh, vielen lieben Dank. Das sommerliche Highlight ist immer die open-air-Aufführung des "Hamburger Jedermann" in der Speicherstadt. Dann wird die "Kulisse" lebendig.
      Lieben Gruß aus Hamburg
      Sabine

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  2. Sehr interessant fand ich Deinen heutigen Post! Für mich alles neu und dadurch habe ich mich sehr gefreut, es zu erfahren!
    Vielen Dank!
    Liebe Grüße
    Dein Arno

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    1. Das freut mich, lieber Arno.
      Ich wünsche Euch einen sonnigen Tag

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  3. Ich komme gebürtig aus Lüneburg, wohne aber schon länger nicht mehr in der Gegend, aktuell sogar weit weg im Süden :)

    Vor zwei Jahren hab ich es endlich mal wieder ein paar Tage nach Hamburg geschafft, unter anderem auch die Speicherstadt und mal wieder den Hafen besichtigt. Ist einfach eine absolute Empfehlung für alle, die mal in der Gegend sind.

    Viele Grüße aus München...

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    1. Oh, wie schön, Grüße aus München. Die gebe ich gern zurück.

      Ich werde nie überdrüssig, durch die Speicherstadt, die Hafencity und dem Hafen zu bummeln. Es ist einfach dieses besondere Flair.

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  4. Ich liebe die Speicherstadt. Früher habe ich der Schifffhart gearbeitet und gerne meine Kunden dort zu Fuß besucht. Ein Spaziergang durch die Gassen ist immer wieder schön.

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