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Sonntag, 3. Februar 2013

Buchtipp: Zwei an einem Tag

Ich lese gern, sehr gern sogar. 

Und möchte dabei sehr gut unterhalten werden und die Geschichte muss mich fesseln. Daher habe ich in der Vergangenheit hauptsächlich Thriller gelesen, bei denen Spannung mehr oder weniger garantiert ist. Oder Bücher, die etwas Besonderes sind, wie mein ultimatives Lieblingsbuch "Wir müssen über Kevin reden". 

Das Buch, das ich Euch jetzt ans Herz legen möchte, ist aus einem anderen Genre und daher kann ich sagen, es gehört jetzt auch zu meinen Lieblingsbüchern.

Und wie gut, dass es zwischen Weihnachten und Neujahr bei amazon.de wieder die gratis-Tage für Kindle eBooks gab. Denn sonst hätte ich dieses Buch nie kennen gelernt, da ich es mir nicht gekauft hätte, ist es doch als "Liebesgeschichte" deklariert und die verbinde ich immer mit Grafschaften aus Cornwall oder alten britischen Herrensitzen. Nee, das ist nicht mein Ding. Aber so habe ich es mir runtergeladen und das war die beste Entscheidung. 

Ich habe noch nie eine so schöne Geschichte gelesen.


Bildquelle: amazon.de


Worum geht es?

"Zwei an einem Tag" beschreibt über einen Zeitraum von 20 Jahren die Entwicklung und die Freundschaft zwischen Emma und Dexter. Sie lernen sich am 15. Juli 1988 auf der College-Abschlussfeier kennen und landen, leicht angetrunken, in Emmas WG-Zimmer, ohne jedoch so wirklich Sex miteinander zu haben. 

Er, Dexter, ist ein Frauenheld, umwerfend gut aussehend, stinkreich, der nichts anbrennen lässt und sich an diesem Abend die ganze Zeit nur denkt "wie bin ich hier bloß gelandet und wie komme ich hier wieder weg" und sie, Emma, ist das genaue Gegenteil von ihm: intellektuell, bodenständig, politisch interessiert, sie macht sich nichts um ihr Äußeres, schlabberige T-Shirts mit Anti-Atomkraft-Aufschrift, große Puck-Brille, die sich wiederum denkt, "warum ich? Warum ist er hier? Wie kann ich ihn beeindrucken..."

Aber irgendwie stimmt die Chemie zwischen den beiden und sie freunden sich an und werden nicht nur ziemlich, sondern wirklich beste Freunde. Eben über 20 Jahre. Jeder allerdings geht seinen Weg, aber sie sind immer füreinander da. Können sich jederzeit anrufen, wenn's einem schlecht geht, streiten sich, necken sich, treffen sich, geben sich gegenseitig Ratschläge. Allerdings sind auch Phasen dabei, in denen sie überhaupt nicht miteinander sprechen, weil einer von beiden sauer auf den anderen ist und keiner den ersten Schritt gehen mag. Sie fahren sogar gemeinsam in den Urlaub, ohne das "Es" passiert.

In diesen 20 Jahren, die sie sich kennen, werden sie und die Entwickung, die sie durchmachen, unglaublich gut beschrieben - immer per Jahrestagdatum 15. Juli. Auch wenn sie gegenseitig mal Sehnsucht nach dem anderen hatten, irgendetwas stand dem Zueinanderkommen immer im Wege. Sei es, dass er - wie eigentlich immer - eine Freundin hatte, oder dem Alkohol und der Drogen verfallen ist oder dass Emma in einer Beziehung steckte. Auch wenn dies kaum vorgekommen ist und sie so richtig glücklich in der Beziehung nicht war.

Der Autor, David Nicholls, hat dieses Buch so gut geschrieben, ich hatte als Leserin das Gefühl, mit denen selbst befreundet zu sein, so persönlich und gut ist diese Geschichte geschrieben. Besonders ausdrucksstark ist das Ungesagte. Die Gedanken, die sich die beiden Personen machen, David Nicholls allerdings nicht schreibt. Ich mache sie mir, weil die Personen so lebendig sind. Die Dialoge sind so gut geschrieben, als würde man selbst kontern wollen. Ironie und Witz kommen nicht zu kurz, die Dialoge sind geistreich und inspirierend. Allerdings erzeugt das Buch auch ein Gefühl von Melancholie.

Jedoch hat mich das Ende zunächst geärgert. Also nicht das direkte Ende, sondern ... wer das Buch gelesen hat, weiß, wovon ich rede. Dann auf den letzten Seiten nimmt das Buch wieder ein Wendung und beschreibt so schöne Bilder, ich musste mich richtig zusammenreißen, um nicht sofort in Tränen auszubrechen. 

Emma und Dexter sind damit schon fast zu Freunden von mir geworden. So eine Freundschaft will doch eigentlich jeder, oder? Welches Buch kann das schon von sich behaupten?

Daher kann ich nur sagen: lesen, lesen, lesen. Worauf wartet Ihr?



Kommentare:

  1. okay, überredet ^^ das Buch landet demnächst auch bei mir. Es klingt wunderschön, sowas will ich auch ^^

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    1. ... kann ich gut verstehen. So eine Freundschaft im realen Leben hätte was :-)

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